Ahnen- & Familienforschung

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Im Oktober 2022 habe ich begonnen, mich intensiv mit der Ahnen- und Familienforschung zu beschäftigen – eine Reise, die mich inzwischen zu über 2.500 identifizierten Personen geführt hat. Einige Familienlinien lassen sich dabei bis zu einem halben Jahrtausend zurückverfolgen.

Doch es geht mir nicht allein um Namen und Daten. Spannend wird die Geschichte dort, wo sich das Leben unserer Vorfahren entfaltet: in den Orten, die sie kannten, den Landschaften, durch die sie gingen, den Häusern, die sie bauten, und den Städten, die sie prägten. Deshalb tauche ich ebenso tief in historische Landkarten, Stadtpläne, Fotografien, Denkmäler und Bauwerke ein – sie sind die Kulisse, auf der sich die Vergangenheit neu zusammensetzt.

Besonders bewegt hat mich der Fund einer alten Landkarte von Niederschlesien. Sie zeigt den Kreis Schweidnitz sowie die angrenzenden Regionen Reichenbach, Breslau, Neumarkt und das Eulengebirge. Genau in der Mitte dieser Karte liegt das Dorf Goglau (heute Gogołów) – der Herkunftsort meiner väterlichen Ahnen. Als ich diesen vertrauten Namen zwischen all den alten deutschen Ortsbezeichnungen entdeckte, war es ein Moment, der Geschichte und persönliche Wurzeln unmittelbar miteinander verknüpfte.

Neben Goglau lassen sich auch Striegau, Freiburg, Waldenburg, Charlottenbrunn, Schweidnitz, Reichenbach, Nimptsch und natürlich der Zobten finden – Namen, die längst vergangene Zeiten lebendig werden lassen. Die Karte kann per Klick als PDF in guter Qualität betrachtet werden, auch wenn das Original selbst nur kleinformatig ist.

Landkarte Niederschlesien

Ich möchte diese Entdeckung gerne teilen – mit allen, die sich ebenso für die Geschichte dieser Region interessieren. Über Rückmeldungen, zusätzliche Informationen, alte Fotografien, Postkarten oder einfach den Austausch mit Menschen, die ebenfalls familiäre Wurzeln dort haben, freue ich mich sehr.

Und falls jemand Kontakt aufnehmen möchte: Meine kleine Comic-Figur weiter unten hält ein Schild mit meiner E-Mail-Adresse bereit.

Jahre 1845–1890

  • Amsel - Goglau, Kreis Schweidnitz, Niederschlesien
  • Hennig - Pfaffendorf, Kreis Reichenbach, Niederschlesien
  • Rogel - Lampersdorf, Kreis Frankenstein, Breslau
  • Häusler - Weißritz
  • Engelmann - Großenkneten, Niedersachsen
  • Johannes - Großenkneten, Niedersachsen
  • Hüttemann - Rüdinghausen, Witten, Nordrhein-Westfalen
  • Henkemeier - Hombruch, Dortmund, Nordrhein-Westfalen
  • Verleger - Gütersloh, Nordrhein-Westfalen
  • Kötter - Gütersloh, Nordrhein-Westfalen
  • Harbott - Witten, Nordrhein-Westfalen
  • Westerhellweg - Gütersloh, Nordrhein-Westfalen
  • Randzio - Recklinghausen, Nordrhein-Westfalen
  • Meier - Recklinghausen, Nordrhein-Westfalen
  • Hilbers - Hammelwarden, Niedersachsen und Bremerhaven, Bremen
  • Logemann - Rodenkirchen, Köln, Nordrhein-Westfalen
  • Kirstein - Groß-Schönau Kreis Gerdauen, Niederösterreich
  • Lehmke - Wehlau, Ostpreußen
  • Meier - Bremerhaven-Lehe, Bremen
  • Asendorf - Bremerhaven, Bremen
  • Stephan - Döbeln, Sachsen
  • Schwarzenberg - Döbeln, Sachsen
  • Fresen - Bremerhaven, Bremen
  • Hellwege - Spaden, Schiffdorf, Cuxhaven, Niedersachsen

Neben der Erforschung familiärer Verknüpfungen und dem immer wieder neuen Kennenlernen von Menschen mit gemeinsamen Vorfahren entdecke ich immer wieder Spuren aus vergangenen Zeiten. Einige dieser Fundstücke möchte ich gerne vorstellen.

Luftaufnahme des Ortes Goglau bei Schweidnitz

Beginnen wir mit einer Luftaufnahme von Goglau bei Schweidnitz aus dem Jahr 1937, die ich nachträglich koloriert habe. Auf ihr ist auch das Haus zu sehen, in dem mein Urgroßvater mit seiner Familie lebte. Eine Schwester meines Großvaters hat vor vielen Jahren eine Skizze des Ortes angefertigt und darauf die Namen der damaligen Bewohner festgehalten. Dieses Wissen hat mir ermöglicht, die Häuser auf der Aufnahme ihren früheren Bewohnern zuzuordnen und ihre Namen auf den Dächern zu vermerken. Immer wieder passiert es mir bei meinen Recherchen, dass mir ein Name begegnet und ich sofort weiß, zu welchem Haus er gehört – ein fast unwirkliches, aber sehr bewegendes Gefühl.


Allgemeiner Anzeiger und Erzähler

Schweidnitzer Band von 1832, Ausgabe No1 - No25. Hier gibt es vieles aus der alten Zeit zu erkunden. Geschehnisse, Anekdoten, Getreidepreise, Kleinanzeigen, auch Familienereignisse wie z.B. Hochzeiten, Geburten und auch Sterbefälle.


Gedichte in schlesischer Gebirgsmundart

von Heinrich Tschampel, Schweidnitz im Jahre 1866.


Gedenkmünze der Evangelischen Friedenskirche zur heiligen Dreifaltigkeit vor Schweidnitz (heutiger Name: Kościół Pokoju pw. Świętej Trójcy w Świdnicy)

Diese Bronzemünze konnte ich glücklicherweise erwerben. Geprägt wurde sie anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Schweidnitzer Friedenskirche im Jahr 1852.

Zur Provenienz ist bekannt, dass die Münze aus dem Nachlass eines Amerikaners stammt, der in der Nähe von New York lebte und während des Zweiten Weltkriegs in Europa eingesetzt war. Von etwa 1945 bis 2026 befand sie sich somit – rund 80 Jahre lang – in der Sammlung eines Münzsammlers in den USA.

Eine besondere persönliche Bedeutung erhält dieses Stück dadurch, dass mein Großvater sowie alle seine Geschwister in eben jener Kirche getauft wurden.

Die Friedenskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit in Schweidnitz – ein barockes Wunder aus Holz

Wenn man heute vor der Friedenskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit in Schweidnitz (heute Świdnica in Polen) steht, wirkt sie von außen beinahe unscheinbar – eher wie ein riesiges Fachwerkgebäude ohne besonderen Prunk. Umso größer ist die Überraschung beim Betreten des Innenraums: Ein überwältigender barocker Kirchenraum mit umlaufenden Emporen, reicher Bemalung, prächtigen Logen und einem aufwendig gestalteten Altar öffnet sich – und das alles in einer Konstruktion, die nach damaligen Vorgaben eigentlich nur „provisorisch“ wirken sollte.

Ein Bau als Zugeständnis nach dem Dreißigjährigen Krieg

Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) verloren die schlesischen Protestanten viele ihrer zuvor genutzten Kirchen. Im Rahmen des Westfälischen Friedens erlaubte Kaiser Ferdinand III. schließlich als politisches Zugeständnis den Bau von drei evangelischen sogenannten „Friedenskirchen“ – je eine in den damaligen Erbherzogtümern Glogau, Jauer und Schweidnitz.

Erhalten sind heute nur noch die Friedenskirchen in Jauer (Jawor) und Schweidnitz (Świdnica); die Glogauer Friedenskirche ging später verloren, unter anderem infolge eines Stadtbrandes im Jahr 1758.

Bauen unter Auflagen – und dennoch monumental

Die Genehmigung für den Bau war mit strengen Einschränkungen verbunden, die den protestantischen Kirchenbau bewusst begrenzen sollten. Die Kirche musste außerhalb der Stadtmauern errichtet werden, jedoch nur in sogenannter „Kanonenschussweite“ – sinngemäß nicht zu nah an der Stadt, aber dennoch unter ständiger Kontrolle. Die Bauzeit war auf maximal ein Jahr begrenzt, und als Baumaterialien waren ausschließlich Holz, Lehm, Sand und Stroh erlaubt; Stein oder Ziegel waren ausdrücklich untersagt.

Hinzu kam eine außergewöhnliche bautechnische Vorgabe: Die gesamte Konstruktion wurde ohne Metallnägel ausgeführt und stattdessen mit ausgeklügelten Holzverbindungen, Zapfen und Holznägeln zusammengefügt. Gerade diese Einschränkung macht die Kirche bis heute zu einer außergewöhnlichen ingenieurtechnischen Leistung.

In nur zehn Monaten vollendet

Trotz aller Auflagen entstand der Bau in erstaunlicher Geschwindigkeit. Am 23. August 1656 wurde der Grundstein gelegt, und bereits am 24. Juni 1657 konnte der erste Gottesdienst gefeiert werden – nach nur rund zehn Monaten Bauzeit und damit deutlich innerhalb der vorgegebenen Jahresfrist.

Raum für Tausende – und ein Welterbe

Die Dimensionen der Kirche sind für einen Holzbau einzigartig: Rund 7.500 Menschen finden im Inneren Platz, darunter etwa 3.000 Sitzplätze. Damit zählt die Friedenskirche von Schweidnitz zu den größten Fachwerk- und Holzkirchen Europas.

Ihre kulturhistorische Bedeutung wurde 2001 international anerkannt, als die Friedenskirchen in Jawor und Schweidnitz gemeinsam als UNESCO-Welterbestätte („Churches of Peace in Jawor and Świdnica“) aufgenommen wurden. Sie gelten heute als eindrucksvolles Zeugnis religiöser Toleranz, barocker Baukunst und handwerklicher Meisterschaft.

Eckdaten auf einen Blick

  • Name: Friedenskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit (Schweidnitz / Świdnica)
  • Bauzeit: August 1656 – Juni 1657 (ca. 10 Monate; Vorgabe: 12 Monate)
  • Auflagen: außerhalb der Stadtmauern, „Kanonenschussweite“, Holz-/Lehmbau, keine Steinbauten, schnelle Fertigstellung
  • Kapazität: ca. 7.500 Personen
  • UNESCO-Welterbe: seit 2001 (zusammen mit Jawor)
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